Im September wird die spanische Küste wieder bewohnbar. Das Wasser bleibt warm, die Orte schrumpfen auf ihre echte Größe zurück, und ein freier Tisch ist kein Wettkampf mehr. Diese fünf verändern sich zwischen August und September am stärksten.
Kurz gefasst
- Spanien zählte im September 2025 39,4 Millionen Hotelübernachtungen, im August waren es 48,1 Millionen. Das sind rund 18 % weniger Menschen auf denselben Flächen.
- Wasser kühlt langsamer ab als Luft. Deshalb badet die erste Septemberhälfte an fast der ganzen Festlandsküste besser als der Juni.
- Cadaqués, Peñíscola, Zahara de los Atunes, Combarro und Cudillero sind klein. Im August laufen sie an der Kapazitätsgrenze, im September finden sie ihren Rhythmus wieder.
- Die katalanische Kurtaxe liegt außerhalb Barcelonas bei 1,80 Euro pro Nacht im Vier-Sterne-Hotel. Der neue kommunale Zuschlag darf erst ab dem 1. Oktober 2026 erhoben werden.
- In Orten dieser Größe dominieren kleine, unabhängige Hotels. Genau dort hat die Direktbuchung meist den größten Spielraum.
Warum der September die spanische Küste verändert
Der September verändert die spanische Küste, weil die Masse abreist und fast alles andere bleibt. Das spanische Statistikinstitut liefert die Zahlen: Spanien fiel von 48,1 Millionen Hotelübernachtungen im August 2025 auf 39,4 Millionen im September, ein Rückgang von 18 % in vier Wochen. Verteilt wird dieser Rückgang ungleich. Große Städte merken ihn kaum, ein Fischerort mit zweihundert Hotelbetten trägt ihn komplett. Wer schon nachgesehen hat, wohin es in Spanien in der Nebensaison lohnt, sieht hier denselben Monat vom Wasser aus.
Wie warm ist das Meer im September
Das Meer ist im September wärmer als im Juni, und diese Verzögerung erklärt alles Weitere. Wasser speichert die Sommerwärme und gibt sie mit Wochen Verzug an die Luft ab. Das Mittelmeer erreicht seinen Höchstwert Ende August und sinkt im September nur langsam. Seit Juli 2026 lässt sich das nachsehen statt schätzen: Puertos del Estado veröffentlicht einen täglichen Indikator zur mittleren Meerestemperatur an den spanischen Küsten, mit Daten ab 2005. Am Kantabrischen Meer und im galicischen Atlantik wird das Wasser nie richtig warm. Es ändert sich zwischen August und September aber auch kaum, und darauf kommt es hier an.
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Cadaqués, Girona: der Ort am Ende einer einzigen Straße
Cadaqués liegt am Ende einer einzigen Bergstraße über die Sierra de Rodes, und diese Lage erklärt seinen August wie seinen September. Im Sommer sind Straße und Parkplätze der Engpass für den ganzen Ort. Im September löst sich der Druck, und das Gute bleibt: weiße Häuser über der Bucht, das Haus von Salvador Dalí in Portlligat einen Spaziergang entfernt, dazu der Naturpark Cap de Creus mit Buchten, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind. Erst jetzt ist Wandern am Kap keine schlechte Idee mehr, denn mittags gibt es dort oben keinen Schatten.
Peñíscola, Castellón: die Altstadt, die im August unpassierbar ist
Peñíscola trägt seine Altstadt auf einem Felsen, den nur eine schmale Landbrücke mit dem Festland verbindet. Im August ist diese Landbrücke eine Warteschlange. Die Burg bauten die Templer, später wurde sie Residenz von Benedikt XIII., dem Gegenpapst Papa Luna. Das macht aus zwanzig Minuten Aufstieg etwas, das man in Ruhe ansehen sollte. Im September geht das. Südlich beginnt der Naturpark Sierra de Irta mit einem unbebauten Küstenabschnitt, wie es am Mittelmeer selten geworden ist. Und das Wasser lädt noch ein.
Zahara de los Atunes, Cádiz: Atlantikstrand und Septemberlicht
Zahara de los Atunes ist ein langer, offener Atlantikstrand, an klaren Tagen mit der afrikanischen Küste gegenüber. Im September hast du ihn ohne das Augustgedränge. Der Ort wuchs um die Almadraba, den jahrhundertealten Thunfischfang, und im Zentrum stehen noch die Ruinen des Palacio de las Almadrabas. Eines solltest du vorher wissen: Der Levante weht hier in jedem Monat, Wind zählt im September also genauso wie im Juli. Der Unterschied ist, dass du jetzt aussuchen kannst, wo das Handtuch liegt.
Combarro, Pontevedra: Steinspeicher über der Ría
Combarro ist eine Reihe von Hórreos, steinerne Kornspeicher direkt an der Wasserkante der Ría de Pontevedra. Der alte Ortskern steht als historisches Ensemble unter Schutz. Der Ort ist winzig, die Gassen sind eng, und ein einziger Reisebus genügt, um ihn zu überfüllen. Im September werden die Busse seltener und der Besuch ergibt wieder Sinn. Der galicische Bonus: Hier zieht sich der Sommer bis zum Monatsende, und die Meeresfrüchte aus der Ría sind auf ihrem Höhepunkt.
Cudillero, Asturien: Häuser im Halbrund über dem Kantabrischen Meer
Cudillero ist ein Fischerort in einer Schlucht, dessen bunte Häuser vom Hafen aus amphitheaterartig ansteigen. Im September funktioniert er besser, aus einem unromantischen Grund: Es passen weniger Leute hinein, als im August hineinwollen. Der Kern ist senkrecht gebaut, mit Treppen statt Straßen, und in der Hochsaison schiebst du dich hindurch. Fünfzehn Autominuten entfernt liegt die Playa del Silencio, die sich im August schon um zehn Uhr morgens füllt. Das Kantabrische Meer ist im September so kalt wie im Juli. Zum Baden kommst du also nicht hierher.
Wann die spanische Küste im September nichts für dich ist
Der September an der spanischen Küste hat echte Nachteile. Die solltest du vor der Buchung kennen:
- Mit schulpflichtigen Kindern schließt sich das Fenster früh, denn in den meisten Bundesländern endet die Ferienzeit Anfang bis Mitte September.
- Ab der zweiten Monatshälfte schließt ein Teil der Saisongastronomie, vor allem Strandbars und reine Sommerbetriebe an der Nordküste.
- Die Gota Fría, ein Starkregenereignis, ist ein typisches Mittelmeerrisiko von Ende September bis Oktober und trifft die Küste bei Valencia am härtesten.
- Die Fahrpläne der Hochsaison werden gekürzt: weniger Regionalbusse, weniger Boote zu den Buchten.
- Wer Nachtleben sucht, findet in diesen fünf Orten im September genau das Gegenteil.
Wie du im Küstenort buchst, ohne zu viel zu zahlen
Eine Buchung im Küstenort funktioniert anders als in der Stadt, denn das Angebot ist klein und besteht fast nur aus unabhängigen Hotels oder Landhäusern mit fünfzehn Zimmern. Genau dieses Profil hat Spielraum: Es stehen keine Firmentarife dazwischen, und wer den Anruf annimmt, darf meistens entscheiden. Wenn du fragen willst, gibt es einen konkreten Einstieg für das Telefonat, der besser funktioniert als improvisieren.
Rechne auch die Kurtaxe ein. Sie wird separat kassiert und steckt nicht immer im Preis, den du vergleichst. In Katalonien, wo Cadaqués liegt, setzte das Gesetz 2/2026 den Satz außerhalb Barcelonas auf 1,80 Euro pro Nacht im Vier-Sterne-Hotel und 4,50 Euro im Fünf-Sterne-Hotel fest, gültig seit dem 1. April 2026. Gemeinden dürfen einen Zuschlag von bis zu 4 Euro erheben, aber erst für Aufenthalte ab dem 1. Oktober 2026. Für eine Septemberreise in diesem Jahr fällt er noch nicht an.
Vor dem Bestätigen kommt der übliche kurze Check: Hotelseite im zweiten Tab öffnen und dasselbe Zimmer, dieselben Daten und dieselben Storno-Bedingungen vergleichen. Mehr als 300.000 Reisende nutzen die kostenlose Erweiterung von Directo, damit dieser Vergleich beim Surfen von selbst läuft.
Häufige Fragen
Kann man im September in Spanien baden?
Am Mittelmeer und am andalusischen Atlantik ja, und das Wasser ist milder als im Juni. Das Meer gibt die gespeicherte Sommerwärme mit Wochen Verzug ab. Am Kantabrischen Meer und in den galicischen Rías ist es das ganze Jahr kalt, dort entscheidet deine Toleranz und nicht der Monat.
Ist die spanische Küste im September günstiger als im August?
Meistens ja, weil die Nachfrage deutlich fällt: Spanien ging zwischen August und September 2025 von 48,1 auf 39,4 Millionen Hotelübernachtungen zurück. Die erste Woche trägt in vielen Badeorten allerdings noch Hochsaisonpreise. Der echte Sprung zeigt sich etwa ab dem 10.
Was ist der Veranillo de San Miguel?
So heißt in Spanien eine warme Phase, die häufig Ende September oder Anfang Oktober auftritt. Das Herbstwetter unterbricht dann für einige Tage und sommerliche Temperaturen kommen zurück. Er tritt nicht jedes Jahr auf und nicht gleich lang, taugt also als angenehme Möglichkeit und nicht als Reiseplan.
Schließen die Küstenorte im September?
Die erste Monatshälfte läuft fast überall normal. Ab der zweiten schließt die Saisongastronomie, vor allem Strandbars und Betriebe, die nur im Sommer öffnen. An der Nordküste ist der Effekt stärker. Prüfe konkrete Öffnungszeiten, bevor du einen Tag um ein bestimmtes Lokal herum planst.
Wie erreicht man diese Orte ohne Auto?
Alle fünf sind mit dem Regionalbus aus der nächsten Stadt erreichbar, also aus Girona, Castellón, Cádiz, Pontevedra und Oviedo. Nach dem Ende der Hochsaison fahren die Busse seltener. Wenn du in der zweiten Septemberhälfte auf den Nahverkehr setzt, prüfe die Fahrpläne für deine Daten vor der Buchung.
Lohnt sich die Direktbuchung im kleinen Hotel?
Fragen lohnt sich, was nicht dasselbe ist wie ein garantiert niedrigerer Preis. In unabhängigen Häusern darf die Person am Telefon oft etwas anpassen, den Preis, die Zimmerkategorie oder das Frühstück. In großen Ketten antwortet ein System, und der Spielraum ist deutlich kleiner.


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